Das ist der Haus ...30 Jahre Haus für Frauen in Not in Trägerschaft des Diakonischen Werkes

 

 

 

 

 

 

 

 

 Gewaltstrukturen aufbrechen, Schutzräume bieten

Seit 30 Jahren ist das „Haus für Frauen in Not" in Wiesbaden ein Zufluchtsort für Frauen

Mehr als 1600 Frauen und rund 1200 Kinder haben in den vergangenen drei Jahrzehnten Zuflucht im „Haus für Frauen in Not" gefunden. Die Wiesbadener Einrichtung des Diakonischen Werks feiert dieses Jahr im Mai ihr 30-jähriges Bestehen.
Entstanden ist das Frauenhaus Mitte der 80er-Jahre: Damals besetzten zahlreiche engagierte autonome Frauen aus Wiesbaden eine kleine Villa im Nerotal. Das politisches Gerangel, was daraus entstand, hatte Folgen: Man war sich einig, dass an der Notwendigkeit eines Frauenhauses für Wiesbaden kein Weg mehr vorbei führt. Und so eröffnete das Diakonische Werk am 1. Mai 1986 das erste Frauenhaus in der hessischen Landeshauptstadt.

Sicherer Zufluchtsort für Frauen, die häusliche Gewalt erfahren haben - das ist das „Haus für Frauen in Not" bis heute. Die Notwendigkeit solch einer Einrichtung zeige deutlich, dass häusliche Gewalt ein ernstes gesellschaftliches Thema ist, so Agim Kaptelli, Leiter des Diakonischen Werks Wiesbaden bei der Feierstunde des Jubiläums. „Laut Kriminalstatistik sind die gefährlichsten Täter die Ehemänner", erklärt Kaptelli weiter und beschreibt eindringlich: „Da wo wir Liebe, Intimität und Kraft suchen, erfahren viele Frauen körperliche und seelische Gewalt." Über die Arbeit der vier pädagogischen Fachkräfte im Frauenhaus ist er dankbar: „Es ist eine harte Aufgabe, Frauen, die oft Schwieriges erlebt haben, neuen Lebensmut und neue Perspektiven zu schenken. Viele Kolleginnen machen die Arbeit seit Jahrzehnten und werden nicht müde."
Birte Prawdzik, die seit drei Jahren das Frauenhaus leitet, ist in ihrer Arbeit vor allem wichtig, jede Frau so anzunehmen, wie sie ist: „Die Frauen sollen bei uns den Raum und die Zeit finden, ihren persönlichen Lebensweg in Ruhe zu überlegen und zu entwickeln." Besonders freut sie es, wenn Frauen das Erlebte ein Stück hinter sich lassen können: „Ich erinnere mich an eine Frau, die sagte: ,Ich kann hier wieder lachen‘. Das hat mich sehr gefreut."
Die Präses der Evangelischen Dekanatssynode, Gabriele Schmidt, ist froh, dass die Evangelische Kirche mit ihrer Schwester, dem Diakonischen Werk, solch ein Haus betreibt. Sie erklärt aber auch: „Im Grunde macht es mich traurig, dass wir solch eine Einrichtung brauchen und auch in Zukunft brauchen werden. Dass dieses besser wird - daran gilt es zu arbeiten."
Das betont auch Juliane Philipp-Lankes vom kommunalen Frauenreferat: „Jede vierte Frau hat Gewalterfahrung gemacht. Es gibt noch viel zu tun", sagt sie und fordert dazu auf, vor allem gegen das Verharmlosen und Verschweigen zu steuern. Im Namen des Oberbürgermeisters dankt sie den Mitarbeiterinnen und wünscht viel Kraft und Erfolg für die weitere Arbeit.

Die Frauen, die im „Haus für Frauen in Not" Zuflucht suchen, stammen aus Sicherheitsgründen meistens nicht aus Wiesbaden. Der genaue Standort des Hauses ist deswegen auch geheim. Platz ist für zehn Frauen und 20 Kinder. Im Schnitt sind die Bewohnerinnen zwischen 30 und 40 Jahre. Es gibt auch immer mal sehr viel jüngere Frauen, genauso wie ältere. Die meisten Frauen wohnen zwischen drei Monaten und einem halben Jahr in der Einrichtung. Die Verweildauer schwankt aber stark zwischen wenigen Tagen bis hin zu einem Jahr oder länger.


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